Wie wird man ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger?

Aus- und Weiterbildung

Das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege bietet in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Gesellschaft M-V e.V. regelmäßig Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten u.a. für ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger an. Im Rahmen dieser Veranstaltungen können Grundkenntnisse und auch weiterführende Spezialkenntnisse erworben werden.

  • Durch die Mitarbeit in Kreisarbeitsgemeinschaften, Fachgruppen und Interessengemeinschaften werden diese Kenntnisse durch gemeinsame Feldbegehungen vertieft. Fachgerechte Begehungstechniken sowie die Fundeinmessung und Kartierung der Funde und Fundplätze werden praktisch vermittelt und angewendet.
  • Die Bestimmung der Funde und das Schreiben von Fundmeldungen und das magazingerechte Verpacken der Funde erfolgt bei den Arbeitstreffen der Arbeitsgemeinschaft oder in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Landesamtes.
  • Zu den ehrenamtlichen Aufgaben gehört auch das Denkmalmonitoring, also die regelmäßige Besichtigung obertägiger Bodendenkmäler (Grabhügel, Burgwälle, Landwehren usw.). Die Beobachtungen werden in Besichtigungsprotokollen festgehalten und an die Behörden gemeldet. Wo Pflegearbeiten an Bodendenkmälern sinnvoll erscheinen, können diese nach Rücksprache mit den Behörden von ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern und Interessenten vorgenommen werden.
  • Außerdem werden kulturelle Vortragsabende von der Arbeitsgemeinschaft selbst oder in Zusammenarbeit mit den Behörden organisiert.

 

Wie werde ich Ehrenamtliche(r) Bodendenkmalpfleger(in)?

 

Phase 1:

Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, kann mit unserer Arbeitsgemeinschaft Kontakt aufnehmen und ist zunächst als "Interessierte(r)" mit dabei. Bei aktiven Begehungen oder theoretischen Zusammenkünften werden schrittweise in der Gruppe Grundkenntnise erworben. Gerne wird jedem neuen Mitglied ein erfahrener ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger als "Mentor" zur Seite gestellt.

 

Phase 2:

Ein zunächst "Interessierter" kann sich dazu entschließen, eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger zu machen. Dazu gehört das Besuchen von Fortbildungsveranstaltungen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und das aktive Umsetzen des Gelernten in der Arbeitsgemeinschaft.

 

Phase 3:

Nach in der Regel mehrjähriger Zusammenarbeit mit den Behörden und sehr guten Kenntnissen durch den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen des Landesamtes und die praktische Gemeinschaftsarbeit in der Arbeitsgemeinschaft kann der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger von der fachlich zuständigen Denkmalfachbehörde auf Vorschlag der unteren Denkmalschutzbehörde bestellt werden.

 

Die Bestellung erfolgt auf die Dauer von 5 Jahren widerruflich. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhält bei der Bestellung einen Ausweis. Mit der Bestellung zum ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger sind besondere Rechte und Pflichten verbunden.

Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen sind im Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern 1998 (DSchG M-V), im Verwaltungsverfahrens-, Zustellungs- und Vollstreckungsgesetz MV 2014 (VwVfG M-V) und in der Verwaltungsvorschrift für ehrenamtliche Denkmalpfleger 1997  (VV ehrenamtliche Denkmalpfleger) geregelt. 

 

Gemäß Nr. 1.1 VV ehrenamtliche Denkmalpfleger wird der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger von den fachlich zuständigen Denkmalfachbehörde auf Vorschlag der unteren Denkmalschutzbehörde bestellt, in deren Gebiet er tätig wird. Die Bestellung ist widerruflich befristet für die Dauer von  5 Jahren. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhält bei der Bestellung einen Ausweis. Damit wird der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger gemäß § 83 Abs. 2 VwVfg M-V verpflichtet. Seine Ausübung soll gewissenhaft, unparteiisch, verschwiegen und unentgeltlich erfolgen.

 

Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger

  • übt seine Tätigkeit unentgeltlich aus.
  • ist für die Denkmalschutz- und Denkmalfachbehörden zuständig.
  • ist der fachlich zuständigen Denkmalfachbehörde zugeordnet und untersteht deren Weisungen.

Aufgaben

Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hat im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes folgende Aufgaben:

  • Beratung und Unterstützung der Denkmalschutz- und Denkmalfachbehörden durch Weitergabe von Informationen und Anregungen zum Schutz und zur Pflege von Denkmalen
  • Beobachtung von Planungen und Vorhaben, die die Belange der Denkmalpflege berühren
  • Pflege von Kontakten zu Institutionen und Personen, die die Denkmalpflege unterstützen und fördern

Praktische Tätigkeiten des ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers sind

  • Pflegearbeiten
  • Feldbegehungen
    • Entdeckung/Erfassung
    • Beurteilung/Begutachtung des Zustandes
  • Bergung von Zufallsfunden
  • Sammeln und Weitergeben von Informationen

Nicht erlaubt:

  • Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hat keine hoheitlichen Aufgaben!
  • Er darf keine Ausgrabungen durchführen!
  • Er darf keine technischen Suchgeräte einsetzen (s. § 12 DSchG M-V).