Rechtliche Hintergründe

Was ist erlaubt und was nicht? Hier erfahren Sie mehr darüber:


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Verwaltungsvorschrift über die ehrenamtl
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"Strandsuche" in Mecklenburg Vorpommern

Wenn Sie überlegen, mit einem Metalldetektor an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns nach verlorenen Eheringen etc. zu suchen, sollten Sie folgendes bedenken:

  • Das Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern (DSchG M-V) gilt überall im Land, völlig unabhängig von Nutzungsart und Eigentumsverhältnissen des Bodens.
  • Auch an Stränden sind Bodendenkmale zu finden. Sie können also niemals ausschließen, dass der Gegenstand, den Ihr Metalldetektor anzeigt, ein Bodendenkmal ist.
  • Auch verlagerte Gegenstände können Bodendenkmale sein.
  • Auch neuzeitliche Gegenstände können Bodendenkmale sein.
  • Die ungenehmigte Suche nach Bodendenkmalen ist eine Ordnungswidrigkeit.
  • Bodendenkmale von hervorragendem wissenschaftlichem Wert werden mit ihrer Entdeckung Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Wer solche Gegenstände an sich nimmt, begeht u. U. eine Unterschlagung.
  • Alle Bodendenkmale (und auch Gegenstände, von denen dies anzunehmen ist) müssen in jedem Fall unverzüglich den zuständigen Behörden gemeldet und ggf. herausgegeben werden.
  • Alle anderen Gegenstände, die mehr als 10 Euro wert sind (und das sind Eheringe in aller Regel), müssen den nach dem Fundrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches zuständigen Behörden gemeldet und ggf. übergeben werden. Der Finder erwirbt kein Eigentum an diesen Gegenständen.

Ein spezielles "Strandrecht", das vermeintlich großzügigere Regelungen für die Aneignung von Gegenständen enthält, gibt es nicht. Die Sonderregelungen der Strandungsordnung sind 1990 abgeschafft worden. Auch sonst ist der Strand ist kein rechtsfreier Raum, in dem romantische Vorstellungen von erfolgreicher Schatzsuche in Erfüllung gehen.

 

Wenn das auch gar nicht Ihr Ziel ist, sondern Sie aus kulturgeschichtlichem Interesse heraus an der Erfassung der Bodendenkmale in Mecklenburg-Vorpommern mitarbeiten möchten, dann empfehlen wir Ihnen den Einstieg in die ehrenamtliche Bodendenkmalpflege.

Quelle: www.kulturwerte-mv.de



Suchen mit dem Metalldetektor

In den letzten Jahren hat der Verkauf von Metallsuchgeräten einen regelrechten Boom erlebt. Einfach in der Handhabung und erschwinglich im Preis, scheint der Traum vom eigenen "Schatzfund" mit dem Kauf eines Detektors für viele Menschen greifbar zu werden. Doch stellt die unqualifizierte und illegale "Schatzsuche" für das archäologische Kulturerbe unseres Landes eine große Gefahr dar.

Für die Geschichte der Menschen, ihrer Siedlungen und Gräber, ihrer Lebensumstände und ihrer kulturellen Leistungen sind archäologische Fundstellen und Funde eine unersetzliche Informationsquelle. Die Erfassung archäologischer Fundstellen und Funde ist von öffentlichem Interesse und Bestandteil der wissenschaftlichen Landesforschung, denn weite Teile der Heimat- und Landesgeschichte sind nur mit archäologischen Mitteln zu erschließen. Auch für Zeugnisse der jüngeren und jüngsten Vergangenheit, beispielsweise in Zusammenhängen mit Kriegshandlungen und Gefangenenlagern, ist die Archäologie oftmals eine unentbehrliche Informationsquelle.

 

Illegale "Schatzsuche"

Die unqualifizierte und illegale "Schatzsuche" mit einem Metalldetektor kann großen Schaden an dieser Informationsquelle anrichten, denn die volle Information über eine historische Wirklichkeit erschließt sich nur aus dem originalen, ursprünglichen Zusammenhang zwischen Fund und Befund: Ein Grab etwa, aus dem die Metallbeigaben entfernt wurden, liefert nur noch einen Bruchteil der ursprünglich vorhandenen Information. Gleiches gilt für im Boden überlieferte Gebäudereste, aus denen verlorene oder bewusst vergrabene Gegenstände entnommen wurden. Aber auch Schlachtfelder der frühen Neuzeit liefern durch die Verteilungsmuster von Uniformbestandteilen und Geschossen wertvolle Informationen über das historische Geschehen. Das gilt auch und besonders für Funde aus der Pflugschicht. Zwar kommt es zu einer gewissen Verlagerung der Funde durch landwirtschaftliche Technik, doch zeigen vollständig ausgepflügte und jetzt wissenschaftlich dokumentierte Hortfunde der Bronzezeit ebenso wie Münzschätze, dass die Verlagerung bestimmten Regeln folgt und längst nicht so stark ist, wie gemeinhin angenommen wird. Damit führt auch die unsachgemäße Bergung von Bodendenkmalen aus "bewegten" Böden zu unumkehrbarem Informationsverlust für die wissenschaftliche Erforschung. Eingriffe in das Bodenarchiv, unkontrollierte Sammelleidenschaft und Plünderungen zerstören also nachhaltig und unwiederbringlich geschichtliche Zeugnisse und Quellen.

 

Der Einsatz von technischem Suchgerät (z. B. Metalldetektoren) zum Auffinden von Bodendenkmalen steht deshalb unter dem Genehmigungsvorbehalt des § 12 DSchG MV. Dort heißt es:

Nachforschungen, insbesondere Grabungen oder der Einsatz von technischen Suchgeräten, mit dem Ziel, Denkmale, insbesondere Bodendenkmale, zu entdecken, bedürfen der Genehmigung der obersten Denkmalschutzbehörde.

Wer ohne eine Genehmigung mit dem Metalldetektor Bodendenkmale ortet und ausgräbt bzw. auf Bodendenkmalen mit einem Detektor sucht, kann im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens oder sogar im Rahmen eines Strafverfahrens im Sinne des StGB zur Verantwortung gezogen werden.

 

Metalldetektoren in der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege

Der sachgerechte Einsatz von Metallsuchgeräten im Rahmen der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege kann dagegen einen wichtigen Beitrag zur Erfassung archäologischer Funde und Fundstellen leisten. Oftmals werden auf diese Weise bislang unbekannte archäologische Kulturdenkmäler lokalisiert und identifiziert. Damit können sie bei konkreter Meldung im Rahmen zukünftiger Planungen berücksichtigt, geschützt oder aber präventiv archäologisch dokumentiert werden

 

Der erste Schritt, um ehrenamtlich an der Erfassung der Bodendenkmale in Mecklenburg-Vorpommern mitzuarbeiten, ist ein Gespräch mit dem zuständigen Dezernenten der Landesarchäologie. Besteht ernsthaftes Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit, schließt sich daran der Besuch des Weiterbildungslehrgangs für ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger, die Teilnahme an regionalen Arbeitstreffen und des Lehrgangs "Methoden der Feldbegehung" an. Dieser Ausbildungsgang bis zur Ernennung dauert in der Regel ca. 2 Jahre.

 

Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhalten bei ihrer Ernennung einen Ausweis und nach erfolgreichem Besuch des Lehrgangs "Methoden der Feldbegehung" ein Einlegeblatt, in dem für die Dauer von zwei Jahren bescheinigt wird, dass der Auftrag zur Erfassung der Bodendenkmale in einer bestimmten Region auch unter Zuhilfenahme eines Metalldetektors erfolgen darf. Die Gültigkeit dieses Einlegeblatts kann auf Antrag verlängert werden.

 

Durch den Einsatz des Metalldetektors im Rahmen der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege ist die ständige, fachliche Kooperation mit der zuständigen Denkmalfachbehörde gewährleistet.

 

Die Funde werden, da sie im Sinne des § 13 DSchG MV bei staatlichen Nachforschungen entdeckt werden, mit ihrer Auffindung Landeseigentum. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erwirbt also als Entdecker keine Eigentumsrechte, denn er ist im Rahmen eines staatlichen Auftrages für das Land Mecklenburg-Vorpommern tätig.

Quelle: www.kulturwerte-mv.de



Was darf ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und was nicht?

Die rechtlichen Grundlagen sind im Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern 1998 (DSchG M-V), im Verwaltungsverfahrens-, Zustellungs- und Vollstreckungsgesetz MV 2014 (VwVfG M-V) und in der Verwaltungsvorschrift für ehrenamtliche Denkmalpfleger 1997  (VV ehrenamtliche Denkmalpfleger) geregelt. 

 

Gemäß Nr. 1.1 VV ehrenamtliche Denkmalpfleger wird der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger von den fachlich zuständigen Denkmalfachbehörde auf Vorschlag der unteren Denkmalschutzbehörde bestellt, in deren Gebiet er tätig wird. Die Bestellung ist widerruflich befristet für die Dauer von  5 Jahren. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhält bei der Bestellung einen Ausweis. Damit wird der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger gemäß § 83 Abs. 2 VwVfg M-V verpflichtet. Seine Ausübung soll gewissenhaft, unparteiisch, verschwiegen und unentgeltlich erfolgen.

 

Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger

  • übt seine Tätigkeit unentgeltlich aus.
  • ist für die Denkmalschutz und Denkmalfachbehörden zuständig.
  • ist der fachlich zuständigen Denkmalfachbehörde zugeordnet und untersteht deren Weisungen.

Aufgaben

Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hat im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes folgende Aufgaben:

  • Beratung und Unterstützung der Denkmalschutz- und Denkmalfachbehörden durch Weitergabe von Informationen und Anregungen zum Schutz und zur Pflege von Denkmalen
  • Beobachtung von Planungen und Vorhaben, die die Belange der Denkmalpflege berühren
  • Pflege von Kontakten zu Institutionen und Personen, die die Denkmalpflege unterstützen und fördern

Praktische Tätigkeiten des ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers sind

  • Pflegearbeiten
  • Feldbegehungen
    • Entdeckung/Erfassung
    • Beurteilung/Begutachtung des Zustandes
  • Bergung von Zufallsfunden
  • Sammeln und Weitergeben von Informationen

Nicht erlaubt:

  • Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hat keine hoheitlichen Aufgaben!
  • Er darf keine Ausgrabungen durchführen!
  • Er darf keine technischen Suchgeräte einsetzen (s. § 12 DSchG M-V).